US visitor? Compare NEC 500/505 vs ATEX/IECEx → Learn more
Explosionsschutzarten

Explosionsschutzarten

Alle Ex-Schutzarten an einem Ort. Jede Methode verfolgt einen anderen Ansatz zum Explosionsdreieck, und jede hat Vor- und Nachteile hinsichtlich Kosten, Gewicht, Wartung und abgedeckter Zonen.

Fünf Grundprinzipien

Alle Schutzarten basieren auf einem oder mehreren dieser Prinzipien:

Prinzip Funktionsweise Methoden
EnergiebegrenzungElektrische Energie unter die Zündschwelle reduzierenEx i
AusschlussExplosionsfähige Atmosphäre von Zündquellen fernhaltenEx m, Ex o, Ex p, Ex t, Ex nR
VermeidungSicherstellen, dass keine wirksame Zündquelle vorhanden istEx e, Ex nA
VerdünnungExplosionsfähige Atmosphäre unter die UEG verdünnenEx p
EinschlussDie Explosion im Betriebsmittel einschließenEx d, Ex q

Schutzarten. Gas/Dampf

Ex d. Druckfeste Kapselung (IEC 60079-1)

Prinzip: Einschluss. Das Gehäuse ist stark genug, um einer internen Explosion standzuhalten. Präzisionsbearbeitete Spalte („Zünddurchschlagspalte") kühlen austretende heiße Gase unter die Zündtemperatur der umgebenden Atmosphäre.

Funktionsweise:

Unterniveaus:

Wichtige Konstruktionsparameter:

Kritische Anforderungen:

Typische Anwendungen: Motoren, Schaltgeräte, Anschlusskästen, Beleuchtung, Energieverteilung, Transformatoren

---

Ex e. Erhöhte Sicherheit (IEC 60079-7)

Prinzip: Vermeidung. Das Betriebsmittel kann im Normalbetrieb oder bei vorhersehbarer Fehlfunktion keine Funken, Lichtbögen oder heißen Oberflächen erzeugen. Erhöhte Konstruktionsmargen stellen sicher, dass keine Zündquelle entsteht.

Funktionsweise:

Unterniveaus:

Wichtige Konstruktionsparameter:

Kritische Anforderungen:

Typische Anwendungen: Klemmen-/Anschlusskästen, Motoren (nicht funkender Typ), Schaltschränke, Leuchten, Kabelverschraubungen, Sammelschienen

---

Ex i. Eigensicherheit (IEC 60079-11)

Prinzip: Energiebegrenzung. Die elektrische Energie im Stromkreis wird auf ein Niveau begrenzt, das die explosionsfähige Atmosphäre nicht zünden kann, weder durch Funkenbildung noch durch Oberflächenerwärmung.

Funktionsweise:

Unterniveaus:

Wichtige Konstruktionsparameter:

Mindestzündenergien:

Kritische Anforderungen:

Typische Anwendungen: Sensoren, Messumformer, Thermoelemente, Grenzstandschalter, tragbare Gasdetektoren, Kommunikationsgeräte, HART-Instrumente

---

Ex p. Überdruckkapselung (IEC 60079-2)

Prinzip: Ausschluss + Verdünnung. Das Gehäuse wird mit Reinluft oder Inertgas unter Überdruck gesetzt, um das Eindringen explosionsfähiger Atmosphäre zu verhindern. Alternativ wird die interne Atmosphäre unter die UEG verdünnt.

Unterniveaus:

Funktionsweise:

Typische Anwendungen: Große Motoren, Schaltwarten, Analysenhäuser, Frequenzumrichter, Motorschaltanlagen, große Verteilerschränke

---

Ex n. Typ „n" / Nicht funkend (IEC 60079-15)

Prinzip: Vermeidung (hauptsächlich). Das Betriebsmittel erzeugt im Normalbetrieb keine Lichtbögen oder Funken, die eine Zündung verursachen können. Weniger streng als Ex e, nur für Zone 2 ausgelegt.

Untertypen:

EPL: Nur Gc (Zone 2)

Typische Anwendungen: Allzweckinstrumente, Magnetventile, Relaiskästen, Meldeleuchten in Zone-2-Bereichen

---

Ex m. Vergusskapselung (IEC 60079-18)

Prinzip: Ausschluss. Bauteile werden vollständig in eine Vergussmasse (Harz, Epoxid) eingebettet, die den Kontakt mit der explosionsfähigen Atmosphäre verhindert.

Unterniveaus:

Typische Anwendungen: Magnetspulen, LED-Module, Elektronik-Leiterplatten, Sensoren, kleine Aktoren

---

Ex o. Ölkapselung (IEC 60079-6)

Prinzip: Ausschluss. Elektrische Kontakte und lichtbogenerzeugende Komponenten werden in Schutzöl eingetaucht.

EPL: Gb (Zone 1)

Typische Anwendungen: Transformatoren, Schaltgeräte (hauptsächlich Bestandsanlagen)

---

Ex q. Sandkapselung (IEC 60079-5)

Prinzip: Einschluss. Das Betriebsmittel wird von feinem Quarzsand umgeben, der die Flammenausbreitung unterdrückt und Wärme absorbiert.

EPL: Gb (Zone 1)

Typische Anwendungen: Kondensatoren, Sicherungen, kleine Elektronikmodule

---

Ex Op. Optische Strahlung (IEC 60079-28)

Untertypen:

Typische Anwendungen: Glasfasersysteme, optische Sensoren, laserbasierte Instrumente

Schutzarten. Staub

Ex t. Schutz durch Gehäuse (IEC 60079-31)

Prinzip: Ausschluss. Ein staubdichtes Gehäuse verhindert, dass Staub Zündquellen erreicht, und begrenzt die Oberflächentemperatur.

Unterniveaus:

Die maximale Oberflächentemperatur muss sowohl die Zündtemperatur der Staubwolke als auch der Staubschicht berücksichtigen, siehe Temperaturklassen.

---

Zonen-Schutzart-Matrix

Schutzart Zone 0 Zone 1 Zone 2 Zone 20 Zone 21 Zone 22
Ex ia✅✅✅✅✅✅
Ex ib✅✅✅✅
Ex ic✅✅
Ex ma✅✅✅✅✅✅
Ex mb✅✅✅✅
Ex mc✅✅
Ex db✅✅
Ex dc✅
Ex eb✅✅
Ex ec✅
Ex px✅✅
Ex py✅✅
Ex pz✅
Ex nA/nC/nR✅
Ex o✅✅
Ex q✅✅
Ex ta✅✅✅
Ex tb✅✅
Ex tc✅

Kombinierter Schutz

Betriebsmittel verwenden häufig mehrere Schutzarten. Gängige Kombinationen:

Die Klammernotation [ib] zeigt an, dass die Schutzart für zugehörige Betriebsmittel verwendet wird (nicht für das Hauptgehäuse).

Die richtige Schutzart wählen

Zu berücksichtigen:

  1. Zone: bestimmt das erforderliche Mindest- EPL
  2. Gas-/Staubgruppe: einige Methoden haben Gasgruppenbeschränkungen
  3. Leistungsniveau: Ex i funktioniert nur für Niedrigstromkreise; Ex d bewältigt hohe Leistung
  4. Wartungszugang: Ex e und Ex n sind leichter zu warten als Ex d
  5. Kosten: Ex n (Zone 2) ist am günstigsten; Ex ia (Zone 0) und Ex d (Zone 1) sind am teuersten
  6. Größe/Gewicht: Ex-d-Gehäuse sind schwer; Ex-i-Geräte sind leicht
  7. Umgebung: Korrosion, Vibration, extreme Temperaturen beeinflussen die Methodenwahl

Quellen und Referenzen

  1. Intrinsic Safety - Wikipedia
  2. Electrical Equipment in Hazardous Areas - Wikipedia
  3. IECEx Certified Equipment Scheme - IECEx
  4. IEC 60079-1: Flameproof Enclosures - IEC