Zoneneinteilung für explosionsgefährdete Bereiche

Zoneneinteilung für explosionsgefährdete Bereiche

Die Zoneneinteilung ist der Prozess der Aufteilung einer Anlage in Bereiche basierend auf der Wahrscheinlichkeit und Dauer des Vorhandenseins einer explosionsfähigen Atmosphäre. Sie bestimmt, welche Art von Ex-geschützten Betriebsmitteln an jedem Standort erforderlich ist.

Gas- und Dampfzonen (IEC 60079-10-1)

ZoneDefinitionTypische DauerErforderliches EPL
Zone 0Explosionsfähige Atmosphäre ständig oder über lange Zeiträume vorhanden>1.000 Stunden/JahrGa
Zone 1Explosionsfähige Atmosphäre wahrscheinlich im Normalbetrieb10–1.000 Stunden/JahrGb (oder Ga)
Zone 2Explosionsfähige Atmosphäre unwahrscheinlich im Normalbetrieb; wenn, dann nur kurzzeitig<10 Stunden/JahrGc (oder Gb/Ga)

Beispiele für Zone 0

Beispiele für Zone 1

Beispiele für Zone 2

Staubzonen (IEC 60079-10-2)

ZoneDefinitionErforderliches EPL
Zone 20Explosionsfähige Staubwolke ständig oder häufig vorhandenDa
Zone 21Explosionsfähige Staubwolke wahrscheinlich im NormalbetriebDb (oder Da)
Zone 22Explosionsfähige Staubwolke unwahrscheinlich; nur kurzzeitig, wenn sie auftrittDc (oder Db/Da)

Beispiele für Zone 20

Beispiele für Zone 21

Beispiele für Zone 22

Wichtig: Staubablagerungen auf Oberflächen können Zone 22 (oder höher) bilden, auch ohne Staub in der Luft. Eine 5 mm dicke Schicht brennbaren Staubs kann bei Aufwirbelung eine explosionsfähige Wolke erzeugen.

Nordamerikanische Klassifizierung (NEC/CEC)

Die USA (NEC Article 500/505) und Kanada (CEC Section 18) verwenden ein paralleles System:

ZonensystemNEC/CEC-ÄquivalentGefährdungsstufe
Zone 0Class I, Division 1Ständig/häufig
Zone 1Class I, Division 1Normalbetrieb
Zone 2Class I, Division 2Nur bei Störung
Zone 20Class II, Division 1Ständig/häufig Staub
Zone 21Class II, Division 1Normalbetrieb Staub
Zone 22Class II, Division 2Nur bei Störung Staub

NEC Article 505 erkennt auch das Zonensystem direkt an. Das Division-System ist weniger differenziert. Division 1 deckt sowohl Zone 0 als auch Zone 1 ab.

Class III umfasst Fasern und Flusen (Textilwerke, Holzverarbeitung). kein direktes Zonen-Äquivalent.

Methodik der Zoneneinteilung

Die Klassifizierung wird typischerweise von einem Team durchgeführt, bestehend aus:

Schlüsselfaktoren

  1. Freisetzungsquelle. wo brennbares Material austreten kann (Flansche, Ventile, Dichtungen, Entlüftungen)
  2. Freisetzungsgrad
  3. Kontinuierlich → bildet Zone 0/20
  4. Primär (im Normalbetrieb erwartet) → bildet Zone 1/21
  5. Sekundär (im Normalbetrieb nicht erwartet) → bildet Zone 2/22
  6. Belüftung. beeinflusst Zonenausdehnung und möglicherweise Zonentyp
  7. Gute Belüftung reduziert Zonengröße und kann Zonentyp herabstufen
  8. Schlechte Belüftung erweitert Zonengröße und kann Zonentyp heraufstufen
  9. Vernachlässigbare Belüftung (geschlossene Räume). Zone erstreckt sich über den gesamten Raum
  10. Relative Dichte des Gases. leichtere Gase (Wasserstoff) steigen auf; schwerere Gase (Propan) sammeln sich am Boden

Zonenausdehnung

Die physische Größe einer Zone hängt ab von:

Normen liefern Berechnungsmethoden: IEC 60079-10-1 Anhang B (Gase), IEC 60079-10-2 Anhang B (Stäube).

Zonendokumentation

Das Ergebnis einer Zoneneinteilungsstudie ist:

  1. Zeichnungen der explosionsgefährdeten Bereiche. Grundrisse und Schnitte mit Zonengrenzen
  2. Verzeichnis der Freisetzungsquellen. tabellarische Aufstellung aller potenziellen Quellen
  3. Datenblätter. Stoffeigenschaften, Freisetzungscharakteristiken
  4. Bericht zur Zoneneinteilung. Methodik, Annahmen, Ergebnisse

Diese Dokumente bilden die Grundlage für die Auswahl von Betriebsmitteln mit dem korrekten EPL und der richtigen Schutzart.

Häufige Fehler

Quellen und Referenzen

  1. Electrical Equipment in Hazardous Areas - Wikipedia
  2. IEC 60079-10-1: Classification of Areas. Gas Explosions - IEC
  3. Standards Used by IECEx - IECEx
  4. ATEX Directives - Wikipedia